Beiträge

dm preisstrategie

dm überrascht mit veränderter Preisstrategie

Die Lebensmittelzeitung berichtet (Paywall), dass Erhebungen zufolge innerhalb der vergangenen drei Wochen bei mehr als 1000 Produkten der Preis erhöht wurde. Dies gilt vor allem für den Onlineshop, aber auch in einigen Filialen soll es bereits zu Anpassungen gekommen sein. Dabei geht es u.a. um beliebte Produkte wie Balea-Seife, Kneipp-Duschgel und Ariel-Waschmittel. Das Ausmaß überrascht, schreibt dazu die Wirtschaftswoche. Zwar seien auch bei dm die Preise nie statisch gewesen, aber bislang habe es in der Regel nur punktuelle Verschiebungen gegeben.

Bislang setzte dm auf Dauerniedrigpreise. Jetzt schwenkt der Drogerie-Marktführer um und verteuert viele seiner Produkte. Hintergrund ist eine Änderung der Preisstrategie. In der von einem harten Preiskampf dominierten Branche sorgt der Preisschwenk für Überraschung, aber auch für Irritation.

Anders als Mitbewerber Rossmann, der bei Markenprodukten und Eigenmarken wöchentlich drastisch den Rotstift ansetzt, um Kunden in die Läden zu locken, agierte Drogerie-Primus mit „dauerhaft niedrigen Preisen“. Auch, um neben Rossmann weitere aggressiv agierende Konkurrenten auf Abstand zu halten. Aldi, Lidl und Co. wildern schon länger im Terrain der Drogeriemärkte und führen namhafte Produkte wie Nivea, Pril, Pantene und Pampers zu Discounterpreisen. Online-Giganten wie Amazon und Zalando sind dabei, den Markt umzukrempeln – der hart umkämpfte Markt wird schwieriger.

dm geht in einem hart umkämpften Markt zum Angriff über

„Mit der neuen Preispolitik rückt dm von seinem Anspruch auf Preisführerschaft ab“, erklärt ein nicht namentlich genannter Handelsmanager. Man habe sich dazu entschieden, die Preisstrategie stationär und online neu auszurichten, habe Konzernchef Harsch der LZ bestätigt. Die neue Preisstrategie bedeutet unterschiedliche Preisschienen abhängig von der Lage der Filialen und der Konkurrenzsituation vor Ort. Je nachdem, in welchem dm-Laden Kunden einkaufen bzw. ob Verbraucher online ordern, werden sie künftig teils unterschiedliche Preise vorfinden. So sollen die Filialen, die in der Nähe von Discountern oder anderen direkten Konkurrenten stehen, günstigere Preisen anbieten als Läden, die kaum Konkurrenz haben. Die einzelnen Märkte sollen selbstständig über die Preisgestaltung im regionalen Umfeld entscheiden.

Einheitliche Preise sind nicht immer die optimale Strategie

Für Pricing-Experte Professor Hans-Christian Riekhof ist dies kein wirklich überraschender Schritt. „Dass einheitliche (und damit undifferenzierte) Preise betriebswirtschaftlich alles andere als optimal sind, wissen die Leser unseres Pricing Newsletters schon seit langem. Mancher mag sich auch an das eigene BWL-Studium erinnern, wo vor langer Zeit vielleicht schon mal von Preisdifferenzierung die Rede war.“

Wenn die Drogeriemarkt-Kette dm sich jetzt von der Strategie der Einheitspreise verabschiede, dann habe sich offensichtlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Zahlungs-Bereitschaft von Kunden offensichtlich keineswegs immer dieselbe ist. „Regionale Kaufkraftunterschiede, zeitlich unterschiedliche Präferenzen oder auch eher oberflächliche Produkt-Modifikationen können genutzt werden, um Preis-Differenzierungen umzusetzen“, sagt Riekhof. „Was man aber im Blick behalten sollte: die zunehmende Komplexität des Pricing muss man in den internen Prozessen und Systemen abbilden können. Komplexität nach außen ist ok, nach innen eher nicht.“

Foto: Kettler Kommunikation

Weiterführende Links:

Wirtschaftswoche:
https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/neue-strategie-dm-verabschiedet-sich-vom-einheitspreis/24960714.html

Fokus
https://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/konkurrenz-koennte-nachziehen-drogeriekette-dm-aendert-preisstrategie-mehr-als-1000-produkte-werden-jetzt-teurer_id_11091617.html

Stern
https://www.stern.de/wirtschaft/news/dm-erhoeht-die-preise—das-steckt-hinter-der-neuen-strategie-8882910.html

Chip.de
https://www.chip.de/news/Viele-Produkte-ploetzlich-teurer-Drogerie-Riese-dm-aendert-die-Preisstrategie_172673785.html

Lebensmittel Zeitung (Paywall)
https://www.lebensmittelzeitung.net/handel/Kurswechsel-dm-aendert-Preisstrategie-142296?utm_source=%2Fmeta%2Fnewsletter%2Flzammorgen&utm_medium=newsletter&utm_campaign=nl4709-basic&utm_term=dc7d39d780fb1e3ac6d007ebfe83e0cc

Preisstrategie Deutsche Bahn

Braucht die Deutsche Bahn eine neue Preisstrategie?

Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 5.12.2017 berichtete, will die Deutsche Bahn an Ihrer Preisstrategie arbeiten und ihre ICE-Preise stärker differenzieren. Geplant seien Preisanpassungen sowohl in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Züge als auch in Abhängigkeit von der Auslastung.

Dazu Pricing-Experte Professor Hans Christian Riekhof: „Es macht sehr viel Sinn, die Geschwindigkeit des ICE ins Pricing einzubeziehen, denn die Reisenden kommen schließlich merklich schneller ans Ziel. Was die auslastungsabhängige Preisdifferenzierung der Strecken von plus oder minus 4,9 % anbetrifft, so ist diese Spanne meiner Einschätzung nach viel zu gering.“ Professor Riekhof plädiert dafür, dass die DB ein Benchmarking mit anderen Branchen durchführt, wie etwa mit dem Musical-Business oder auch mit Airlines. Dort gäbe es seit Jahren eine sehr viel ausgeprägtere zeitabhängige Preisdifferenzierung. „Hier werden Ertragspotentiale verschenkt“, sagt der Pricing-Spezialist.

 

Foto: www.pixabay.com

Interne Kosten - Preisbildung

Pricing-Newsletter No. 9 (2017): Warum kostenorientiertes Pricing gefährlich ist

Die internen Kosten sind für die Preisbildung nur von begrenztem Wert. Erfahren Sie, warum es sogar gefährlich ist, die Kosten zum Maßstab zu machen.

Pricing-Seminar-Termine

05./06.10.2017 │ Hamburg – Letztes Pricingseminar in diesem Jahr

Bereiten Sie sich jetzt auf die Preisrunde 2018 vor! Am 05. und 06. 10.2017 findet das letzte Pricing-Seminar in diesem Jahr mit Professor Riekhof in Hamburg statt. Es gibt noch einige wenige Plätze. Hier können Sie sich anmelden!

Einer der größten Gewinnhebel ist immer noch der Preis. Den Preis als strategischen Hebel zu mehr Wertschöpfung einzusetzen, erfordert allerdings ein langfristiges Konzept. In diesem Seminar lernen die Teilnehmer, die Bausteine einer langfristigen Preisstrategie zu formulieren, die Prozesse des Pricing zu überprüfen, die Preiskommunikation nicht dem Zufall zu überlassen und ein wirksames Preiscontrolling einzuführen. Anhand von Fallstudien und Praxisbeispielen wird untersucht, wie Unternehmen eine hohe Preiskompetenz aufbauen, anstatt sich auf jeden Preiskampf einzulassen.

Wie die Teilnehmer über dieses sehr praxisorientierte Seminar urteilen, können Sie hier nachlesen.