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07.11.2018 │ Hamburg – Die digitalen Trends der nächsten 30 Jahre

Die zunehmende Digitalisierung unseres Lebens bereitet vielen Menschen Unbehagen, wenn nicht gar Angst. Einen fundierten positiven Blick auf das Thema eröffnet Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof bei seinem Vortrag: „Die digitalen Trends der nächsten 30 Jahre: Warum wir weniger Angst haben sollten vor der Digitalisierung unseres Lebens“. Dazu lädt am Mittwoch, 07. November 2018 die Reihe der „Heinrich Grone Gespräche“ in Hamburg ein.

Das Thema: Die Digitalisierung erfasst und durchdringt nicht nur unser Arbeitsleben, sondern unsere privaten Beziehungen ebenso wie auch die gesamte Gesellschaft. Das bereitet Unbehagen, weil die Veränderungsgeschwindigkeit sehr hoch ist, weil Digitalisierung ein abstraktes und komplexes Phänomen ist. Deshalb ist es umso wichtiger, die dahinter liegenden Trends zu erkennen und zu sehen. Was uns vertraut ist, ruft weniger negative Reaktionen hervor. Prof. Riekhof zeigt auf, welche grundlegenden Muster der Digitalisierung uns auch in den kommenden Jahrzehnten begegnen werden und wie wir einen Weg finden, der Digitalisierung einen sinnvollen Rahmen zu geben.

Achim Albrecht, Vorstandsvorsitzender Stiftung Grone-Schule: „Die Digitalisierung wird die Welt so rasant verändern wie nie zuvor. Sie ist schon längst kein Phänomen mehr – auch, wenn wir sie manchmal so empfinden, weil wieder eine neue Ebene der Veränderung erreicht wurde. Angst freilich ist nie ein guter Ratgeber. Besser ist es, wie Prof. Riekhof darstellen wird, sich mit den Strukturen und Mustern auseinanderzusetzen. Dieser Betrachtungsweise wird meines Erachtens immer noch zu wenig Raum gelassen. Dafür ist Prof. Riekhof ein ausgewiesener Experte mit entsprechendem betrieblichem und wissenschaftlichem Know-how.“

Der Vortrag im Grone Bildungszentrum beginnt um 18.00 Uhr. Achim Albrecht und Prof. Hans-Christian Riekhof freuen sich anschließed auf einen regen Dialog mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ein Imbiss wird gereicht.

 

Der Referent
Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof wurde 1954 in Lübeck geboren. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Münster und Göttingen mit anschließender Promotion arbeitete er für die Otto Group Hamburg als Leiter Personalentwicklung, Leiter Strategieentwicklung und Direktor Marketing. In der Beiersdorf AG Hamburg leitete er die Strategieplanung einer Sparte und war
anschließend für einen operativen Geschäftsbereich verantwortlich. Seit 1996 ist Hans-Christian Riekhof Professor für Internationales Marketing an der PFH Private Hochschule Göttingen. Er ist Gründer und Geschäftsführer der unicconsult Strategie-Entwicklung GmbH (www.unicconsult.com), gilt als ausgewiesener Pricing-Experte und ist u. a. Mitglied im Kuratorium der Stiftung Grone-Schule.

Der Veranstalter
Die Stiftung Grone-Schule (www.grone.de) ist das Dach eines der größten und modernsten Bildungs- und Dienstleistungsunternehmen in Deutschland. Auch dort spielt die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Stets stehen aktuelle Themen im Mittelpunkt der nach dem Gründer benannten Gesprächsreihe, mit der wir uns seit mehr als zehn Jahren in regelmäßigen Abständen an Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft der Metropolregion Hamburg wenden.

Ort
Ort Grone-Bildungszentrum
Heinrich-Grone-Stieg 1,
Forum im 1. Stock
20097 Hamburg

Datum/Zeit
Mi., 07.11.2018, 18:00 Uhr

Anmeldung
per E-Mail an grone@nullhamburg-bkm.de

Rückfragen
Agentur BKM GbR, Tel.: 040 8787 7930

 

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Digitalization-Vortrag

04.06.2018 │ Göttingen – Digitalization & Technology

Zu einem Vortrag mit dem Titel „Digitalization & Technology – from Vision to Execution“ lädt am Montag, 04. Juni, die PFH Private Hochschule Göttingen. Der Vortrag wird – abhängig vom Publikum – wahlweise in englischer oder deutscher Sprache gehalten.

Prof. Hans Christian Riekhof hat für den Vortrag zwei Referenten eingeladen: Heiko Reinhard von Sycor Americas Inc. (CEO & President / IT Director North America – Ottobock HealthCare) sowie Matthias Arnheiter, Head of Corporate Strategy bei der Berlin Hyp AG. Heiko Reinhard beschäftigt sich intensiv mit dem Digitalisierungsthema, dies gilt auch für Matthias Arnheiter, allerdings aus Sicht der Finanzindustrie.

Ort:
PFH Private Hochschule Göttingen
Weender Landstraße 3-7
37073 Göttingen

Zeit:
18.00 – 19.30 Uhr

Anmeldungen für Gäste bitte per Mail an:

Kisters@nullpfh.de

 

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„Wir machen das Kreditsystem in Deutschland sicherer und unkomplizierter“

Dr. Michael Freytag, Vorsitzender des Vorstandes der Schufa Holding AG, über Zuverlässigkeit bei Prognosen, Umgang mit Kundendaten und wie sich die Schufa gegen neue Wettbewerber wappnet. Ein Interview.

 

Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof: Die Schufa liefert im Rahmen von Online-Kaufabschlüssen eine ziemlich schnelle und vom Kunden bei positivem Ergebnis unbemerkte Kreditwürdigkeitsprüfung ab. Wie viel Zeit hat die Schufa dafür, und wie gelingen die Kreditprüfungen mit einer doch extrem hohen Zuverlässigkeit?

Dr. Freytag: In der Tat ist die Zuverlässigkeit der Prognosen – man spricht auch von Trennschärfe – eine besondere Stärke der SCHUFA. Das zeigt sich auch an der hohen Rückzahlungsquote der Konsumentenkredite, die wir verzeichnet haben. Sie liegt mit 97,8 Prozent auf dem höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Wir tragen mit unserer Arbeit also dazu bei, das Kreditsystem in Deutschland sicherer und zugleich unkomplizierter zu machen. Dazu verarbeiten wir pro Tag rund um die Uhr über 380.000 Anfragen und Meldungen – und zwar jeweils im Bereich von unter einer Sekunde.

Prof. Riekhof: Die Schufa betont, dass sie im Grunde mit relativ wenigen Datensätzen eine sehr hohe Trefferquote in den Kreditwürdigkeitsprüfungen erreicht. Woran liegt das, dass die Schufa offensichtlich nicht auf „Big Data“ angewiesen ist?

Dr. Freytag: Zum einen verfügen wir aufgrund unseres Geschäftsmodells – dem Gegenseitigkeitsprinzip – über einen besonders qualifizierten Datenpool mit Informationen zu nahezu allen wirtschaftlich aktiven Verbrauchern. Dieser Datenpool enthält kreditrelevante Informationen wie zum Beispiel Konten, Kreditkarten, laufende Kredite aber auch Zahlungsstörungen. Wichtig: zu über 90 Prozent der bei uns gespeicherten Personen liegen uns ausschließlich positive Informationen vor. Und wir haben eine erwiesene Kompetenz bei der Entwicklung von trennscharfen Scorekarten.

Prof. Riekhof: Die Schufa ist seit 90 Jahren im Geschäft und sieht sich seit einiger Zeit mit neuen Wettbewerbern konfrontiert, die auf der Basis von online verfügbaren kundenbezogenen Daten Kredit-Scores entwickeln und Kreditprüfungen anbieten. Welche Art von Daten nutzen diese Wettbewerber eigentlich? Gibt es hier rechtliche Grenzen oder auch Grauzonen? Und kann sich die Schufa gegen diese Wettbewerber dauerhaft behaupten?

Dr. Freytag: Die SCHUFA steht seit 90 Jahren für Vertrauen. Vertrauen muss fortwährend bestätigt werden. Je digitaler unsere Welt wird, desto mehr Möglichkeiten wird es geben, anhand von Daten Prognosen zu rechnen. Unser Geschäftsmodell basiert auf Transparenz und das wird auch so bleiben. Alle Kunden können bei uns einsehen, was über sie gespeichert ist. Wir liefern heute schon präzise Prognosen aufgrund von wirtschaftsbezogenen Informationen. Wir erheben keine Daten hinter dem Rücken von Verbrauchern. Wir dringen nicht in die Privatsphäre ein. Hier hat auch der Gesetzgeber klare Grenzen gezogen. Aber es ist für mich auch eine Frage der eigenen Haltung. Ich bin der Überzeugung, dass sich die Unternehmen am Markt durchsetzen, denen Kunden und Öffentlichkeit Vertrauen entgegenbringen. Ein an Werten und Haltung ausgerichtetes Handeln ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung.

Prof. Riekhof: Worin sehen Sie den entscheidenden Wettbewerbsvorteil der Schufa gegen diese neuen Konkurrenten?

Dr. Freytag: Die SCHUFA steht für gelebte Qualität und Zuverlässigkeit „made in Germany“. Unsere Marke genießt bei unseren Kunden ein großes Vertrauen. Ein weiterer Faktor ist unser breites und stabiles Fundament: Wir haben ein seit vielen Jahrzenten gewachsenes Geschäft in den Bereichen Kreditwirtschaft, Immobilienwirtschaft, Telekommunikation und Utilities sowie dem Forderungsmanagement. Auch in unseren Wachstumsmärkten Handel, Versandhandel, E-Commerce und der Versicherungswirtschaft wachsen wir. Eine weitere Säule bildet der B2B-Bereich. In ihn haben wir viel investiert und liefern nunmehr eine neue Qualität im Markt der Wirtschaftsauskünfte. Last but not least erfreut sich Privatkundengeschäft über ein kontinuierliches Wachstum. Neben unseren 9000 Firmenkunden vertrauen inzwischen über 2 Mio. Verbraucher unseren Produkten rund um Transparenz, Information und Betrugsschutz. Wir sind wirtschaftlich erfolgreich. Das bedeutet, wir haben die Möglichkeit aus eigener Kraft in unsere Zukunft zu investieren. Ganz wesentlich sind natürlich unsere Mitarbeiter mit ihrer exzellenten Kompetenzen und ihrer Mentalität: Sie sind Profis und ruhen sich nicht auf dem Erfolg aus, sondern entwickeln kontinuierlich neue Lösungen und Technologien, mit denen wir unseren Kunden helfen werden, die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen.

Prof. Riekhof: Eine technologisch recht interessante Idee besteht darin, dass man die Verwaltung der eigenen personenbezogenen Daten einem Databot überträgt, der dann den Zugriff berechtigter Dritter auf alle eigenen online verfügbaren Daten nach definierten Regeln administriert. So dürfen dann etwa Steuerbehörden auf bestimmte persönliche Daten zugreifen, und die Steuererklärung wäre vom Bürger mit einem Mausklick zu genehmigen. Auch Google oder Facebook dürften dann nur konkrete freigegebene Daten verwenden. Wie schätzen Sie die Zukunftschancen einer solchen Lösung ein – ist das realistisch und machbar?

Dr. Freytag: Großer Ideenreichtum ist eines der Kennzeichen der digitalen Welt. Aber nicht jede Idee wird ein Erfolg. Ganz grundsätzlich gelten wir Deutsche ja als diejenigen in Europa, die Datenschutz besonders ernst nehmen. Andere Länder – besonders außerhalb Europas – sind hier weniger alert als wir. Vor diesem Hintergrund beobachten wir zwei Trends. Zum einen sind Verbraucher bereit, auch ihre sehr persönlichen Daten herzugeben, wenn Sie dafür eine nachvollziehbare Leistung, also einen spürbaren Mehrwert, erhalten. Persönliche Kauf-Daten gegen Rabatt zum Beispiel. Auf der anderen Seite fordern die Verbraucher „Datensouveränität“ ein. Das heißt, sie sind bereit Daten zu geben, möchten aber zugleich Herr dieser Daten und der weiteren Verteilung bleiben. Sie möchten ihre Daten also managen und entscheiden, wer darf was sehen und nutzen oder eben nicht. Ob die Menschen diese wichtigen Fragen und die Steuerung einem Bot überlassen, vermag ich heute nicht zu beantworten. Ich würde meine Daten lieber der SCHUFA anvertrauen. Das ist schlicht eine Frage des Vertrauens!

Prof. Riekhof: Andererseits gibt es durch das Internet auch vollkommen neue Formen der Kriminalität, etwa den Identitätsdiebstahl. Wie groß ist diese Gefahr heute, die von dieser Art der Kriminalität ausgeht, und wie kann man sich als Privatperson hier schützen?

Dr. Freytag: Neben vielen Chancen gibt es auch Schattenseiten der digitalen Welt. Cyberkriminalität bedeutet eine große Herausforderung. Der Schaden durch Betrug beläuft sich allein im E-Commerce auf über 2,5 Mrd. Euro. Ein besonderes  Problem ist der von Ihnen angesprochene Identitätsdiebstahl, bzw. der Missbrauch von Identitäten zum Zwecke des Betrugs. Nach einer von uns in Auftrag gegebenen repräsentativen Studie hat jeder zehnte der befragten Verbraucher bereits die Erfahrung gemacht, dass Dritte in seinem Namen Waren im Internet gekauft haben! Wir befassen uns intensiv mit dem Thema und bieten bereits verschiedene Lösungen für Wirtschaft und Verbraucher.  Insbesondere für E-Commerce-Unternehmen bewerten wir mit DeviceSecure die Betrugswahrscheinlichkeit des für eine Bestellung verwendeten Endgerätes. Mit dem SCHUFA FraudPool bieten wir Kreditinstituten eine Lösung zum datenschutzkonformen Austausch von Informationen zu Betrugsverdachtsfällen. Verbraucher können sich mit unserem UpdateService per Mail oder SMS informieren lassen, wenn Anfragen zu Ihrer Person eingehen und so betrügerische Aktivitäten früh erkennen. Der SCHUFA IdentSafe sucht nach unerlaubt im öffentlich zugänglichen Internet veröffentlichten Daten und hilft bei der Bereinigung. Menschen, die bereits Opfer von Identitätsbetrug geworden sind, können sich bei uns kostenlos als Identitätsbetrugsopfer registrieren lassen, um sich somit besser vor Wiederholungsbetrug zu schützen. Inzwischen weisen auch öffentliche Stellen und Ämter auf unseren Service hin. Die Schufa schafft das Vertrauen für unkomplizierte und sichere Geschäftsabschlüsse  und hilft Unternehmen wie Verbrauchern, den Datenmissbrauch zu bekämpfen.

Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof: Herzlichen Dank für das Gespräch!