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Corona-Virus, Wucherpreise und Amazon

Darf man aus der Angst vor der Corona-Seuche hemmungslos Profit schlagen? In den USA haben Onlinehändler jedenfalls die Preise für die derzeit stark gefragten Atemschutz-Masken massiv erhöht. Laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins Spiegel straft Amazon derzeit allzu dreiste Händler ab und verbannt sie gar von seiner Online-Plattform. Der Konzern begründet dies mit dem Verstoß gegen Preisrichtlinien.

Pricing-Experte Prof. Hans-Christian Riekhof verweist hier auf einen elementaren Aspekt: „Wer unseren Pricing-Newsletter regelmäßig liest, der kennt das Konzept guter und schlechter Gewinne: schlechte Gewinne sind solche, die auf Kosten der Kundenbeziehung gehen. Eine eigentlich sehr sinnvolle und einleuchtende Definition, aber sie kommt in dieser Form in nicht gerade vielen Unternehmen zum Einsatz.“

Anders sei da interessanterweise Amazon mit seinem Vorgehen gegen solche Händler auf seiner Plattform, die angesichts der Corona-Krise die Preise für die Schutz-Masken vervielfacht haben, teilweise um das vier- bis fünffache des regulären Preises. „Es scheint, dass man hier schlechte Gewinne befürchtet. Immerhin sind es in diesem Fall nicht die Amazon-Gewinne, auf die verzichtet werden soll, sondern die Deckungsbeiträge der Händler auf der Amazon-Plattform“, so Riekhof.

Nach Angaben des US-Magazins „Wired“, auf das sich der Spiegel-Bericht bezieht, hat der Onlinehändler mehrere Verkäufer abgemahnt und einige überteuerte Angebote von seiner Plattform gelöscht.

Lesen Sie hier die US-Originalmeldung, auf die sich der Spiegel bezieht:
https://www.wired.com/story/covid-19-amazon-curb-face-mask-price-gouging/

Foto: Sunyu Kim/Pexels