GT Göttinger Marketingtag

Göttinger Tageblatt berichtet über 7. Göttinger Marketingtag

Mutige Botschaften haben das Image der Berliner Verkehrsbetriebe über die sozialen Medien entstaubt, Bugatti landete „aus Versehen“ einen Youtube-Hit und MAN ist es gelungen, ein neues Modell in dem hart umkämpften Markt der Nutz- und Transportfahrzeuge zu positionieren. Von diesen und weiteren Praxisbeispielen konnten die 150 Unternehmensvertreter, Alumni, Studierende und Marketing-interessierten Gäste lernen, die am 8. November am siebten „Göttinger Marketingtag“ der PFH teilnahmen. Das Göttinger Tageblatt berichtete über diese Veranstaltung.

Sieben Vorträge von Technologie- und Marketingverantwortlichen namhafter Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen gaben Einblicke in ihre Marketingaktivitäten. Unter dem Motto „Marketing in Zeiten des digitalen Aufbruchs“ hatte Dr. Hans-Christian Riekhof, Professor für Internationales Marketing an der PFH, bereits zum siebten Mal zum Göttinger Marketingtag geladen. „Das Thema Digitalisierung ist inzwischen bei allen Unternehmen angekommen. Gleichzeitig fehlen aufgrund der hohen Komplexität oft der Mut und die Idee zur Umsetzung. Die heutigen Beispiele zeigen uns, wie es geht“, begrüßte er die anwesenden Gäste.

Referenten und Veranstalter des Göttinger Marketingtages (v.l.): Julian Jansen (About You), Martin Deutsch (Einbecker), Stephan Giest (Jung von Matt/BVG), Andreas Minarski (m-result), Dr. Oliver Kohl (m-result), Frank Götzke (Bugatti), Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof (PFH), Björn Loose (MAN), Dr. Alexander Kind (KIND), Prof. Dr. Frank Albe (PFH). Foto: PFH

Links:

Göttinger Tageblatt (paywall):

„Kind, Bugatti und MAN zu Gast beim Göttinger Marketingtag“
https://www.goettinger-tageblatt.de/Campus/Goettingen/Kind-Bugatti-und-MAN-zu-Gast-beim-Goettinger-Marketingtag-Konzepte-zur-Digitalisierung

Göttinger Tageblatt (kompletter Artikel als pdf)

Tipps für Studenten von Bugatti und MAN
https://www.unicconsult.com/wp-content/uploads/2019/11/2019-11-14_GT_Goettinger-Marketingtag.pdf

Links zur Pressemitteilung:

„Von den Besten lernen – 7. Göttinger Marketingtag der PFH“

Private Hoschule Göttingen (PFH)
https://www.pfh.de/aktuelles/1003-7-goettinger-marketingtag-von-den-besten-lernen.html

iwd – Informationsdienst Wissenschaft
https://idw-online.de/de/news727152


Screenshot:
Dr. Alexander Kind (KIND), Frank Götzke (Bugatti) und Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof in der Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Göttinger Marketingtags. Foto: PFH

ABOUT YOU Digitales Marketing

Modehändler ABOUT YOU: Markenbotschaft wird digital 360 Grad kommuniziert

ABOUT YOU Julian Jansen
Julian Jansen, Director Content, ABOUT YOU

„Marketing in Zeiten des digitalen Aufbruchs“ lautet das Motto des 7. Göttinger Marketingtag am 8. November, zu dem die PFH Private Hochschule Göttingen einlädt. Im Fokus unserer Interview-Reihe mit den teilnehmenden Referenten, die Professor Dr. Hans-Christian Riekhof vorab geführt hat, steht heute ein großes Modeunternehmen. Im Gespräch verrät Julian Jansen, Director Content bei ABOUT YOU, u.a. wie das ehemalige Otto-Start-Up eine 360-Grad-Ausrichtung mit plattformspezifischem Social Media Content umsetzt.

Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof: Wo sehen Sie für ABOUT YOU im Zusammenhang mit der Digitalisierung des Marketing den größten Unterschied zu Ihren wichtigsten Wettbewerbern?

Julian Jansen: Es gibt drei Unterschiede: Wie unsere DNA schon sagt „It’s About You“, gehen wir vom Menschen aus, nicht in erster Linie von einem Brand. Somit haben wir den perfect fit im Social Media Marketing. Alles was wir hier erzählen, ist echt und wird über Menschen kommuniziert: Friend Influencer und Family Influencer. Friends sind diejenigen Influencer, mit denen wir Performance Hauls stark skalieren, Family Influencer sind die Influencer, mit denen wir uns zu 100% identifizieren können. Sie werden 360 Grad auf allen unseren Channels inklusive Onsite gespielt und erzählt.

Wir erzählen plattform-spezifisch 360 Grad Content. D.h. wir produzieren für Social Channels entsprechenden Social Content, für Onsite entsprechende Onsite Stories, für Performance entsprechende Performance Stories und für TV etc. entsprechenden redaktionellen Content, die sich alle in Bildsprache, Storytelling und Aktivierung unterscheiden.

Alle stürzen sich auf Digitalisierung. Wir sehen das als Pflicht und bauen unsere Offline Touchpoints zu unserer Community aus und bilden um diese eine plattform-übergreifende digitale Verwertung wie zum Beispiel ABOUT YOU Fashion Week (AYFW), ABOUT YOU Awards (AYA) und ABOUT YOU Pangea Festival (AYPF).

Im Influencer-Bereich arbeiten wir extrem datengetrieben

Riekhof: ABOUT YOU setzt sehr stark auf Strategien des Influencer Marketing – wie unterscheiden Sie sich hier von Ihren wichtigsten Wettbewerbern?

Jansen: Vor allem im Influ Performance Bereich (Hauls) arbeiten wir extrem datengetrieben und haben das wohl wertvollste aktive Influ Datenbank Tool, in dem permanent Influs ausgewertet und gescouted werden. Zudem haben wir die richtige Zusammenarbeit mit Influs sehr früh am Markt erkannt. Wir integrieren diese in unsere Content Prozesse, wir bauen gegenseitiges Commitment auf, sie werden Teil unserer AY Family und sind nicht einfach nur Message Multiplikatoren.

Riekhof: Wie ändern sich durch die Digitalisierung für ABOUT YOU die Möglichkeiten, Erkenntnisse über Ihre Kunden zu gewinnen? Mit welchen digitalen Tools „beobachten“ Sie den Kunden in seinen Wünschen, in seinem Verhalten, in seinen Netzwerken, in seinem Online-Suchverhalten, in seinem Kommunikationsverhalten?

Jansen: AY ist eine digitale Plattform, somit „ändert“ sich recht wenig. Wie die meisten digitalen Unternehmen haben wir Monitoring und Analyse Tools für die Customer Journey auf unserer Seite (Google Analytics usw.). Zudem arbeiten wir mit entsprechenden MaFos, die wir aufsetzen. Social Media/Customer Support sind immer Channels, in denen man seine Community scannt und kennenlernt.

Bei YouTube bauen wir an einem Storytelling Channel für die jüngere Generation

Riekhof: Welche Social Media Plattformen haben für ABOUT YOU die größte Bedeutung und warum? Wird es hier in den kommenden Jahren Verschiebungen geben?

Jansen: Man kann nicht wirklich sagen, welche Plattform die größte Bedeutung hat. Jede Plattform hat für die unterschiedlichen KPIs, unterschiedlich hohe Bedeutungen. IG ist somit kein Performance Channel, arbeitet mit seinen Shoppable Posts natürlich sehr daran, aber das wird noch etwas dauern, da die Attention des „Customers“ auf IG noch relativ niedrig bzgl. Shopping ist. Der Customer will hier „noch“ in erster Linie inspiriert werden. Somit ist IG auf der Social Ebene der wohl wichtigste Account, um einen Buzz auszulösen. YT und FB sind wiederum stärker im Advertising. Wobei wir vor allem bei YT auch an dem Aufbau eines Storytelling Channels arbeiten, um die jüngere YT Generation hier an uns zu binden.

Riekhof: Wie nutzen Sie die digitalen Kanäle, um Trendforschung zu betreiben – gerade im Bereich Fashion ein extrem wichtiges Thema?

Jansen: Grundlage ist sicherlich ein trend-hungriges, kreatives Team, das immer auf der Suche nach Hypes ist. Natürlich schaut man hier oft auf die USA, sowie auf hyped Personalities, Brands, Events etc.

Riekhof: Spielen Strategien des Location Based Marketing, die den Kunden gezielt dort ansprechen, wo er sich gerade befindet, für ABOUT YOU heute und zukünftig eine Rolle im digitalen Kundendialog?

Jansen: Du bekommst natürlich eine höhere Attention, wenn du den Customer local ansprichst. Wenn ich gerade in Hamburg bin und es ist schlechtes Wetter, will ich, dass mir als erstes in meiner App auch Regenmäntel passend zum Wetter angezeigt werden. Mit diesen Datensätzen arbeiten wir bereits.

Tipp:

Wenn Sie Julian Jansen und die anderen Referenten persönlich erleben möchten, melden Sie sich gerne mit dem Online-Formular zum 7. Göttinger Marketingtag an.

Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof und das PFH-Team freuen sich auf Ihren Besuch.

MAN Marketing X-Lion

Warum Influencer-Marketing bei MAN eine große Rolle spielt

Björn Loose, Senior Vice President MAN Truck & Bus SE

Unter dem Motto „Marketing in Zeiten des digitalen Aufbruchs“ lädt die PFH Private Hochschule Göttingen zum Göttinger Marketingtag am 8. November ein. Im Vorfeld hat Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof einige der Referenten interviewt. Hier gibt Björn Loose, Senior Vice President MAN Truck & Bus SE, Einblick in das Marketing des B2B-Unternehmens vor dem Hintergrund der Digitalisierung.

Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof: Welches ist für MAN Ihrer Einschätzung nach die größte Herausforderung im Zusammenhang mit der Digitalisierung des Marketing?

Björn Loose: Wir sind ein klassischer B2B-Hersteller. Die primäre Schnittstelle zum Kunden stellt immer noch der persönliche Verkaufsberater dar. Unsere Kunden sind von ihrer (digitalen) Mediennutzung dabei z.T. immer noch sehr traditionell eingestellt. Um künftig eine professionelle Marktbearbeitung vorzunehmen, bedarf es definitiv des Einsatzes eines (digitalen) Relationship Marketing. Dieser Switch ist prozessual, technisch und kulturell durchaus herausfordernd.

Riekhof: Ändern sich durch die Digitalisierung für MAN die Möglichkeiten, Erkenntnisse über den Kunden zu gewinnen? Wo und wie „beobachten“ Sie heute und in Zukunft den Kunden in seinen Wünschen, seinen Netzwerken, seinem Suchverhalten, seinem Kommunikationsverhalten?

Loose: Zum einen können wir durch die Vernetzung der Fahrzeuge komplett neue Erkenntnisse über die Produktnutzung erhalten. Diese Informationen können wir für die zielgruppen-gerechtere Angebotserstellung nutzen. Zudem nutzen wir gerade auch die Social Media-Kanäle, um die Produkterfahrung von Kunden, aber gerade auch von Fahrern, in Kenntnis zu bringen und in die weitere Produktentwicklung einfließen zu lassen.

Bei Social Media reagieren unsere Kunden besonders auf Produkt-Themen

Riekhof: Welche Social Media Kanäle sind für MAN die wichtigsten?

Loose: Wir haben eine dedizierte Social Media Strategie, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Aktuell sind wir in den Social Media Kanälen Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn aktiv. Für uns als B2B Unternehmen wird LinkedIn ein zunehmend wichtigerer Kanal, den wir zukünftig weiter ausbauen werden. Aktuell arbeiten wir an einem Konzept, wie wir unsere Mitarbeiter bzw. Experten als Botschafter unserer Marke in LinkedIn einsetzen können.

Riekhof: Welche Content Themen funktionieren am besten?

Loose: Bei Facebook und Instagram sind wir aufgrund der Ausrichtung auf Fahrer (Owner Driver, Markenfans) besonders erfolgreich mit Content zu Produktthemen. Hier sind unsere MAN XLION Fahrzeuge und unser neuer MAN Lion’s City erfolgreiche Beispiele. Zudem kommt die Darstellung von speziell modifizierten Fahrzeugen unserer Marke MAN Individual sehr gut an.

Bei LinkedIn fokussieren wir uns stärker auf die Zukunftsthemen Elektromobilität und Platooning. Im vergangenen Jahr haben wir die ersten elektrischen Fahrzeuge (eTGM) an Kunden übergeben. Über die Erfahrungen im Praxiseinsatz bei unseren Kunden haben wir im Nachgang im Rahmen einer Postreihe berichtet. Die Inhalte sind sehr positiv von unserer Community aufgenommen worden.

Das Kundenfeedback fließt in unsere Marketing-Kampagnen ein

Riekhof: Die Digitalisierung der Kommunikationsprozesse erleichtert es den Kunden, Kommentare und Likes abzugeben, Meinungen zu platzieren, Produkte zu bewerten, Trends einzuschätzen. Gibt es bei MAN konkrete Strategien, um diese Kundenmeinungen kontinuierlich in den Kommunikationsprozess einzubeziehen?

Loose: Wir werten alle Kommentare in den Social Media-Kanälen aus. Zum einen nutzen wir die Feedbacks sowie das kommunikative Nutzungsverhalten bei der Gestaltung unserer Kampagnen sowie der Medienauswahl. Darüber existiert ein klarer Prozess von der Kundenmeinung hin zum Produktmarketing.

Riekhof: Gibt es bei MAN eine (in der Regel App-basierte) digitale Kundenkarte, um mit den Kunden einen direkten, persönlichen Dialog zu führen?

Loose: Das konnten wir aus technischen Gründen bisher nicht einführen. Wir arbeiten aber in den ersten Ländern an einer Pilotierung. Hier stehen wir leider erst am Anfang.

Riekhof: Spielen Strategien des Location Based Marketing, die den Kunden gezielt dort ansprechen, wo er sich gerade befindet, für MAN heute und zukünftig eine Rolle im Kundendialog?

Loose: Wir nutzen bisher kein Location Based Marketing, da zum einen der Produktkauf, aber auch nicht der Serviceaufenthalt in unserer Branche aktionistisch getrieben ist.

Riehof: Setzen Sie zukünftig verstärkt auf Strategien des Influencer Marketing, und wie gehen Sie ggf. hier konkret vor?

Loose: Influencer Marketing stellt ein sehr wichtiges Tool in unserer Branche dar. Die höchste Glaubwürdigkeit stellen bei uns Kunden-Testimonials dar. Dies nutzen wir bei diversen Kampagnen. Zudem wollen wir künftig noch verstärkter Influencer Marketing für SoMe nutzen. Die Auswahl der Influencer erfolgt kampagnenspezifisch in Zusammenarbeit mit unseren auf Social Media spezialisierten Dienstleistern.

Der Direktvertrieb über einen digitalen Marketplace ist angelaufen

Riekhof: Wie ändert sich im Rahmen der Digitalisierung der Marketingprozesse die Zusammenarbeit mit Ihren Distributionspartnern bzw. Niederlassungen?

Loose: Unser Ziel ist es, mit einem Relationship Marketing gerade unbekannte Leads („Nicht-Kunden“) den eigenen Sales-Channels zuzufügen. Zudem haben wir bereits den Direktvertrieb über einen digitalen Marketplace begonnen.

Riekhof: Wirkt sich die Digitalisierung der Marketingprozesse auch auf das strategische und ope-rative Pricing bei MAN aus?

Loose: Ja, da wir mit dem Relationship Marketing-Ansatz gerade auf den Retail-Kunden abzielen, der in der Regel eine höhere Marge aufweist.

Riekhof: Viele Hersteller bauen inzwischen unter Umgehung (oder auch zur Ergänzung) der klassischen stationären Distributionsstrukturen eine eigene Online Plattform auf, um den Endkunden direkt zu bedienen. Verfolgen Sie bei MAN eine ähnliche Strategie?

Loose: Siehe Frage 7. Wir können uns sogar vorstellen, künftig auch einzelne Fahrzeugtypen online zu vertreiben. Jedoch bedarf es dabei immer noch der Einbindung des stationären Handels (v.a. Fahrzeugauslieferung). Auch hier arbeiten wir an Piloten.

Riekhof: Gibt es in Ihrer Branche in Bezug auf die Digitalisierung ein Unternehmen, das Sie als führend bezeichnen würden? Oder gibt es ggf. auch außerhalb Ihrer Branche ein Unternehmen, von dem Sie Best Practices in der Digitalisierung übernehmen, von dem Sie also systematisch lernen wollen?

Loose: Auch wenn die Branche komplett abweicht, nutzen wir sehr stark Amazon als Impulslieferant. Zum einen bei der Angebotsdarstellung, aber auch im Customer Management sowie in der Kundenakquisition.

Wenn Sie Björn Loose und die anderen Referenten persönlich erleben möchten, melden Sie sich gerne mit dem Online-Formular zum 7. Göttinger Marketingtag an.

Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof und das PFH-Team freuen sich auf Ihren Besuch.

Pricing-Prozesse

Pricing-Newsletter No. 28 (2019): Die Pricing-Prozesse auf den Prüfstand stellen

In vielen Unternehmen sind die Prozesse sehr genau definiert, wie man einen Bleistift bestellen oder einen Firmenwagen leasen muss. Für die Pricing-Prozesse gilt das nicht unbedingt in gleicher Weise. In diesem Newsletter beleuchten wir diverse Aspekte im Umgang mit Pricing-Prozessen.

Kundendaten Airbus

Airbus zeigt: Kundendaten sind kostbar – auch im B2B-Geschäft

Airbus will künftig von Flugzeug-Wartungsfirmen Geld für den Zugang zu notwendigen Daten verlangen. Das Handelsblatt bezieht sich auf eine Meldung des Fachportals „MRO Network“, demzufolge diese Information zwar noch nicht offiziell bestätigt ist, wohl aber in der Branche bereits für Aufsehen sorgt.

„Dass (Kunden-)Daten einen Wert haben, sollte uns spätestens klar geworden sein, wenn wir die Börsenbewertung von Apple, Google, Facebook, Amazon, Airbnb oder Uber betrachten“, erläutert Hans-Christian Riekhof, Professor für Internationales Marketing an der PFH Private Hochschule Göttingen. Der Wert dieser Unternehmen beruhe in hohem Maße nicht auf physischen Assets. Manche dieser Firmen wiesen gar hohe Verluste aus und erreichten trotzdem hohe Unternehmensbewertungen.

Unternehmen profitieren von kostenlos überlassenen Kundendaten, die sie weiterverkaufen

Den Grund dafür sieht Professor Riekhof im Wert der Kundendaten, über die diese Unternehmen verfügen. Daten, die sie teilweise weiterverkaufen und die ihnen von den Kunden in der Regel kostenlos überlassen werden. „Einen zweiten Aspekt sollte man nicht vollkommen übersehen: schon in der Grundlagenvorlesung zur Volkswirtschaftslehre lernt man, dass man in Monopolsituationen ordentliche Gewinne erwirtschaften kann.“

Dass Daten wertvoll sind, hat sich Riekhof zufolge inzwischen auch im B2B-Geschäft herumgesprochen. „Ein sehr schönes Beispiel ist in dieser Hinsicht Airbus: man liefert sich eine Auseinandersetzung mit den Zulieferern bzw. mit der Wartungsbranche darüber, wer die Daten nutzen darf und wer dafür welchen Preis zahlen muss.“

In den Kundendaten sieht Airbus geistiges Eigentum, das einen Wert darstellt

Laut Bericht des MRO Network sollen die Wartungsfirmen künftig einen bestimmten Prozentsatz des Betrags, den sie selbst den Airlines für die Wartung der Jets in Rechnung stellen, an den europäischen Flugzeugbauer als Datengebühr abführen. Airbus habe bislang wesentliche Daten gratis überlassen, während andere sie für ihr Business nutzten. Airbus sieht in ihnen aber geistiges Eigentum, der einen Wert darstelle, dessen Zugriff künftig mit Nutzungsgebühren honoriert werden müsse.

Wie das Handelsblatt weiter ausführt, gehe es dabei um die künftige Datenhoheit in der Luftfahrt. So wollen neben Airbus auch Boing und Wartungsfirmen wie Lufthansa Technik eine führende Rolle bei der Auswertung der Daten spielen. Airbus etwa will bis Jahresende auf seiner Plattform Skywise 10000 Flugzeuge von 100 Gesellschaften erfassen.

Foto: pixabay.com

Pricing-Seminar-Termine

Die Pricing-Seminar-Termine für 2020 sind da

Das richtige Pricing kann einen erheblichen Effekt auf den Geschäftserfolg, auf Sales und Gewinnmargen haben. Doch noch immer verfügen viele Unternehmen über keine formulierte Pricing-Strategie oder – falls doch – vernachlässigen relevante Aspekte in den Pricing-Prozessen und unterschätzen die Dynamik der Märkte und den Einfluss ihrer Preispolitik.

Den richtigen Umgang mit den Herausforderungen des strategischen Pricing können Teilnehmer auch im Jahr 2020 wieder bei den Seminaren von Hans-Christian Riekhof erlernen. Für das kommende Jahr stehen in Hamburg nach jetzigen Stand vier Termine des langjährig erfahrenen Pricing-Spezialisten zur Auswahl:

am 19./20. März 2020
am 18./19. Juni 2020
am 1./2. Oktober 2020
am 3./4. Dezember 2020

In dem intensiven Seminar vermittelt der Marketing-Professor der Privaten Hochschule Göttingen (PFH) den Teilnehmern relevantes und sofort anwendbares Expertenwissen rund um das strategische Pricing. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernen praxisnah das Formulieren der Bausteine einer langfristigen Preisstrategie, die richtige Überprüfung der Pricing-Prozesse, wie man die Preiskommunikation verbessert und wie man ein effizientes Preiscontrolling einführt.

Der Veranstaltungsort ist das bewährte Gastwerk Hotel Hamburg. Mit seinem stilvollen Ambiente und idealen Räumlichkeiten, mit seiner angenehmen Ruhe und gutem Service bietet es den idealen Rahmen für das Intensivseminar von Professor Riekhof.

Links:


Erfahren Sie hier mehr zu den Pricing-Seminaren.
Lesen Sie, was bisherige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagen!

Ab sofort können sich Interessierte für eines der Seminare anmelden.
Sichern Sie sich jetzt einen der begehrten Plätze!

Kilo-Preis

Blusen, Schuhe und Kleider zum Kilo-Preis bei Pick & Weight

Wir sind es gewohnt, bei Gemüse und Obst den Kilo-Preis zu vergleichen, und wir akzeptieren es auch, wenn die kleinen besonders schmackhaften Tomaten 15 Euro pro Kilo kosten. Das Dry Aged Beef kostet online 36 Euro je Kilo – plus 11,50 Euro für den Versand. Aber viele Konsumenten geben beim Fleisch weniger aus als bei den Tomaten.

Bei anderen Warengruppen ist das Kaufen nach Gewicht eher unüblich. Oder haben Sie ausgerechnet, was eine Tonne Geländewagen bei BMW im Vergleich zu Skoda kostet? Vielleicht wäre das mal eine Betrachtung wert.

Bei Klamotten ist ein Kilo-Preis auch eher ungebräuchlich. Wenn Sie mal in Berlin sind, schauen Sie in der Bergmannstrasse bei Pick & Weight rein, aber bringen Sie genügend Zeit zum Stöbern mit. Und achten Sie auf die farbigen Punkte: zwischen 25 und 95 Euro pro Kilo Vintage Kleidung sind angesagt. Mal ein anderes Pricing-Modell.

Fotos: UNICconsult Strategieentwicklung

Location Based Marketing

Location Based Marketing: Beeindruckende Live-Demo im Hagebaumarkt

Personalisierte Werbebotschaften auf das Smartphone des Kunden, in der Kaufsituation direkt am Regal im Geschäft: das Location Based Marketing (LBM) ist einer der großen Trends im Marketing, sagt Hans-Christian Riekhof, Marketingprofessor an der PFH Private Hochschule Göttingen. Die Vorteile liegen für Riekhof klar auf der Hand: „Mit Location Based Marketing erreicht gerade der stationäre Einzelhandel seine Kunden dort, wo er für Werbung besonders aufnahmebereit ist. Am Regal, mit Kaufabsicht, interessiert sich der Kunde für das Produkt und seine Anwendungen. Standortbezogen zugestellte Kampagnen auf das Smartphone haben eine sehr hohe Werbeeffektivität.“

Von dieser Effektivität und der zuverlässigen Funktionsweise der neuartigen Technologie konnte sich jetzt Christian Wigger, Inhaber mehrerer Hagebaumärkte im Raum Neumünster, bei einer beeindruckenden Live-Demonstration einer Location Based Marketing-Aktion überzeugen. Stefan Brinkhoff, Geschäftsführender Gesellschafter der locandis GmbH aus Hamburg, hatte mit seinem Team die Demo in einem Hagebaumarkt in Neumünster vorbereitet. Wigger hatte mehrere Unternehmerkollegen aus dem Hagebau-Umfeld eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Die Teilnehmer installierten die locandis App auf ihrem Smartphone. Im Baumarkt wurden ihnen dann direkt am Regal und an Aktionsplatzierungen personalisierte Kampagnen zugestellt.

Man kann bis zu 80 Prozent der Kunden erreichen – man muss sie aber an das Thema heranführen

Wigger zeigte sich begeistert und plant nun eine reale Testphase. „Es ist beeindruckend, wie zuverlässig die Beacon-Technologie in Kombination mit der App heute funktioniert und wie ansprechend die Kampagnen umgesetzt wurden“, resümiert Christian Wigger. „Wir werden uns definitiv damit auseinandersetzen und streben einen realen Test über 12 Monate an.“ Im zweiten Schritt werde die Indoor Navigation folgen, mit der die Produktsuche im Baumarkt extrem vereinfacht werde.

Laut locandis-Chef Stefan Brinkhoff wird der Umsatzeffekt von LBM fast immer unterschätzt. „Unserer Erfahrung nach kann man bis zu 80 Prozent der Kunden erreichen.“ Dazu müsse man die Kunden aber an das Thema heranführen und ihnen den Nutzen erklären, wenn sie Bluetooth aktivieren und die Erlaubnis zum Zusenden von Coupons und anderen Vorteilen geben sollen.

„Mit einer digitalen Kundenkarte als App einen direkten Dialog zu meinen Kunden aufzubauen, die sich gerade in meinem Geschäft befinden, das ist die Zukunft des stationären Handels“, so Professor Riekhof.

Foto: pexels.com

Göttinger Marketingtag

Preview zum 7. Göttinger Marketingtag

Für den 7. Göttinger Marketingtag ist jetzt auch ein Video-Preview erschienen. Hier geht es zum Video-Teaser auf Youtube.

Das diesjährige Thema: Marketing in Zeiten des digitalen Aufbruchs. Zu dem Event haben die PFH Private Hochschule Göttingen und Initiator Dr. Hans-Christian Riekhof, Professor für internationales Marketing, erneut hochkarätige Unternehmen mit spannenden Vorträgen eingeladen. Das Spektrum reicht vom Mittelständler bis zum Global Player.

Neben den internationalen Fashion-Unternehmen Hugo Boss und ABOUT YOU sowie den Mittelständlern Einbecker Brauhaus AG und Hörgeräte KIND, bietet auch die exklusive Luxusmarke Bugatti einen spannenden Vortrag. Außerdem: MAN als B2B-Konzern und die Top-Kommunikationsagentur Jung von Matt mit ihrem Beispiel der Berliner Verkehrsbetriebe als regionaler B2C-Dienstleister.

Weitere Informationen und die Programmübersicht

Lidl Digitale Kundenkarte

Pricing bei Lidl: Discounter lockt mit App als digitale Kundenkarte

Lidl testet zurzeit digitale Kundenkarten, mit denen Coupons direkt aufs Mobiltelefon zugestellt werden können. In Berlin und Brandenburg können Kunden die neue Kundenbindungs-App „Lidl Plus“ nutzen. Damit erhalten diese besondere Angebote und Funktionen wie Rabattcoupons, digitale Kassenbons oder den Handzettel bei jedem Einkauf griffbereit. Bemerkenswert sei, dass die Coupons nicht location-bezogen zugestellt werden, sagt Pricing-Experte Hans-Christian Riekhof.

Lidl Digitale Kundenkarte

Die kostenlose, über die App-Stores von Apple und Google erhältliche App dient als digitale Kundenkarte. Lidl hat sich eine Reihe „exklusive Vorteile“ für die Nutzer ausgedacht. Etwa ein 5-Euro-Willkommenscoupon, neue digitale Rabattcoupons für ausgesuchte Produkte und Sparvorteile bei den sogenannten „Lidl Plus Knallern“. Außerdem Rubbellose mit weiteren Coupons und Preisvorteile bei Partnern, z.B. bei Lidl-Fotos, Lidl-Reisen, FlixBus und regionalen, in der App aktivieren Anbietern.

Im Gegenzug erhält der Discountriese wertvolle Kundendaten. Lidl kann hiermit den großen Nachteil des stationären gegenüber dem Online-Handel ausgleichen, wo es gang und gäbe ist, Daten der Kunden zu sammeln und auszuwerten. Auf Basis von daraus erstellten Kundenprofilen kann die App dem Kunden dann Angebote unterbreiten, von denen Lidl annimmt, der Kunde brauche sie gerade zu dieser Zeit.

Mit den Kundendaten sendet Lidl passende Angebote an die App-Nutzer

Dass Kunden auf Basis ihrer Daten unterschiedliche Preise angezeigt bekommen, sei laut Lidl nicht der Fall. Ein Preisunterschied besteht jedoch sehr wohl zugunsten der App-Nutzer – gegenüber Kunden, die die App nicht nutzen.

Mit den digitalen Kundenkarten ist Lidl schneller als z.B. Aldi, der wichtigste Rivale, sagt Hans Christian Riekhof. Der Pricing-Experte findet dabei zum einen interessant, dass für die Verbreitung der App auf verschiedenen lokalen Kanälen geworben wird – hier das Beispiel Out Of Home. Noch bemerkenswerter sei, dass die Coupons nicht location-bezogen zugestellt werden. „Man könnte die Push Notifications ja auch vor dem Store, im Store und vielleicht sogar direkt am Regal zustellen. Das würde unseren Projekterfahrungen zufolge nach die Relevanz – gemessen an Öffnungs- und Einlöseraten – deutlich erhöhen. Vielleicht kommt das ja in der zweiten Ausbaustufe“, so Riekhof.

Welche Kampagnen besonderen Erfolg versprechen, kann man in den News von locandis nachlesen.

Geplant ist übrigens, das Projekt der digitalen Kundenkarte, das gegenwärtig in rund 250 Lidl-Märkten im Pilot-Gebiet Berlin und Brandenburg läuft, im Laufe des Jahres 2020 auf ganz Deutschland auszuweiten.

Hinweis:
Lesen Sie hierzu auch unsere empirische Studie zu Digitalen Kundenkarten in Handel, Sytemgastronomie und Tourismus (Riekhof/Brinkhoff 2018).

Weiterführende Links:

Lidl:
https://unternehmen.lidl.de/pressreleases/190612_lidl-plus

Werben und Verkaufen:
https://www.wuv.de/marketing/lidl_bringt_digitale_kundenkarte_als_app


Foto ganz oben: Lidl Deutschland
Foto: UNICconsult Strategieentwicklung GmbH