Homo Deus. Eine Geschichte von morgen.

München 2017.

Geschichtsbücher sind bisweilen langweilig und mit wenig relevanten Details überfrachtet geschrieben. Die „Geschichte von morgen“ von Harari ist da eine rühmliche Ausnahme. Es gelingt ihm, auf etwas mehr als 500 Seiten einen Bogen vom Anthropozän zu den Datenreligionen des Silicon Valley zu schlagen. Er schreibt eine Geschichte der Menschheit, die zu erklären versucht, wie Sinnstiftung in einer von traditionellen Religionen geprägten Gesellschaft aussieht und wie diese Aufgabe in einer modernen, von digitalen Technologien bestimmten Gesellschaft wahrgenommen werden könnte.

Homo Deus – der göttliche Mensch – stellt die Frage nach der Organisation und der Verantwortung für die Sinnstiftung in zukünftigen Gesellschaften. Eine wahrlich bedeutende und grundsätzliche Fragestellung, deren Beantwortung seiner Einschätzung nach nicht den Techno-Religionen überlassen bleiben darf. Harari schreibt sehr anschaulich, seine prägnanten Beispiele aus dem realen Leben sind eine wahre Freude, und gleichzeitig gelingt es ihm, Fragen der Menschheitsgeschichte zu reflektieren, die angesichts rasanter technologischer Entwicklungen beantwortet werden müssen. Extrem lesenswert.

Dr. Hans-Christian Riekhof

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