Arrival City

München 2011.

Nur wenige Bücher haben das Potential, das eigene Denken maßgeblich zu bereichern und nachhaltig zu verändern. Das Buch von Doug Saunders gehört dazu. Saunders untersucht den Prozess der Migration der Bevölkerung vom Land in die Städte, besser gesagt in die Favelas, Slums, banlieus oder difficiles.

Dieser Prozess ist unumkehrbar, denn 99% der armen Bevölkerungsschichten dieser Welt leben auf dem Lande, und sie haben eine Zukunft nur in der Stadt. Saunders hat sich persönlich umgesehen, er hat wissenschaftliche Studien recherchiert, und er hat viele Interviews geführt in dem, was er als “Arrival City” bezeichnet: Diejenigen Stadtviertel, die die neu eintreffende Landbevölkerung zunächst aufnehmen. In der öffentlichen Debatte weitgehend unbeachtet bleiben die ganz unterschiedlichen Strategien (und unterschiedlichen Erfolge!), die in London, Teheran, Istabul, Mumbai, Berlin-Kreuzberg, Nairobi, Rio de Janeiro, Los Angeles, Paris, Toronto oder Amsterdam von den jeweiligen Regierungen realisiert wurden. Mehrere hundert Millionen Menschen werden in den kommenden Jahren vom Lande in die (Ankunfts-) Städte drängen, um der Armut zu entkommen. Und die politischen Strategien im Umgang mit den Ankunftsstädten setzen ein Verständnis der ökonomischen Dimensionen wie auch der sozialen Wurzeln voraus. Vielleicht ist “Arrival City” die eigentliche Antwort auf Thilo Sarrazin.

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