21 LEKTIONEN FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT

München 2018.

Wer sich bereits mit den (weltweiten Bestsellern) von Yuval Noah Harari auseinander gesetzt hat, dem werden einige Gedankengänge in seinem neuen Buch bekannt vorkommen, und ihm wird auch Hararis Freude an der zugespitzten Formulierung gefallen. Bei guten Büchern ist es – darauf weist ja Nicholas Taleb mit einigem Nachdruck hin – durchaus sinnvoll, sie zweimal oder auch dreimal zu lesen. Dies gilt auch für Harari: man darf sich getrost und mit Gewinn ein weiteres Mal auf eine Auseinandersetzungen mit Harari und den großen Fragen der Menschheit einlassen. 21 Kapitel müssen es schon sein; so findet man zu Themen wie Gemeinschaft, Zivilisation, Nationalismus, Krieg, Terrorismus, Religion, Gerechtigkeit, Nichtwissen und 13 weiteren Stichworten pointierte und gut lesbare Abhandlungen aus einer in der Regel zwar ungewöhnlichen, aber durchaus nachvollziehbaren Perspektive.

Dass nicht alle Kapitel (wie etwa über Resilienz) gleich überzeugend sind, ist zu verschmerzen. Was in einem weiteren Werk zu wünschen wäre, ist eine detailliertere Analyse und konkrete Bewertung der institutionellen Rahmenbedingungen, unter denen die Menschheit heute und in den kommenden Jahrzehnten vermutlich leben wird. Wie sieht beispielsweise die Zukunft politischer Parteien in einer Demokratie aus? Im Hinblick auf Institutionen gibt es viele hoch spannende, vielversprechende, aber noch nicht hinreichend in der Praxis erprobte theoretische Ansätze, gerade mit Bezug auf den von Harari fast schon totgesagten Liberalismus.

Hans-Christian Riekhof

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