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Ladesäulen-Staus für E-Autos: Nachfrage per Preismechanismus steuern?

Lange Wartezeiten an Ladesäulen für Elektroautos? Darüber berichtete das Handelsblatt am 02.09.2024. Im Sommer habe so mancher, der auf Deutschlands Autobahnen unterwegs war, das Ärgernis belegter Schnellader erlebt. Gleichzeitig ist die Rede von einer Überkapazität an Ladesäulen in Deutschland. Wie passt das zusammen, fragte Catania Krapp vom Handelsblatt in ihrem Artikel unter dem Titel „Warum warten E-Auto-Urlauber oft auf freie Schnelllader?“

Ladesäulen-Anbieter Ionity: Nachfrage hinkt hinterher

Torsten Kiedel, Finanzvorstand beim Schnell-Ladesäulenanbieter Ionity, widerspricht in dem Bericht dem Vorwurf, dass die Ladesäulen-Auslastung zu hoch sei und erklärt, dass die Nachfrage zurzeit eher hinter dem Ausbau hinterher hinke. Ungeachtet des Ausbaus: das Verhältnis ’15 Elektroautos auf einen Ladepunkt‘ bleibe gleich.

Ladesäulen für E-Autos: voll wird es zu Ferienbeginn und -ende, aber auch freitags und sonntags

Für viele Urlauber hätten solche Staus jedoch bedeutet, im Auto so lange neben den Schnellladern herumzulungern, bis jemand anderes fertig geladen hat, auch um sichergehen, dass sich kein anderer wartender Fahrer vordrängelt, schreibt die Zeitung. Ein Ladestopp von 20 Minuten könne so schon einmal doppelt so lange dauern. Zitiert wird in dem Bericht Peter Wüstnienhaus, seit vielen Jahren Experte für Elektromobilität. Vor allem zu Ferienanfang und Ferienende, aber auch grundsätzlich freitags und sonntags seit die Gefahr groß, dass es an den Ladesäulen voll wird, sagt er. Ihm sei es schon passiert, dass er sonntagabends um 22 Uhr an der A1 noch warten musste, weil vier von vier Ladeplätzen belegt gewesen seien.

Pricing-Experte Prof. Riekhof: Nachfrage bei Ladesäulen steuern per Preismechanismus

Im Hinblick auf das definierte Ziel, dass sich die Zahl der Elektroautos von jetzt 1,5 Millionen im Jahr 2030 auf 15 Millionen erhöhen soll, fragt das Handelsblatt, ob die Ladesäulen-Infrastruktur überhaupt darauf vorbereitet ist und wie E-Auto-Fahrer Staus vermeiden können.

Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof (UNICconsult Strategieentwicklung) ist der Meinung, dass in diesem spannenden Bericht das wichtigste Thema nicht zur Sprache kommt, nämlich wie man die Nachfrage steuern kann. Seine Antwort: über einen Preismechanismus. „Kennen die E-Autofahrer die Preisdifferenz der Anbieter und den Abstand zwischen den Kraftstoffkosten und den Kosten eines Stromes auf 100 Kilometer?“, fragt der Pricing-Spezialist. „Setzen die Anbieter auf Peek Load Pricing? Ändern sich die Preise im Tagesverlauf, im Wochenverlauf oder den Jahreszeiten entsprechend?“ Darüber erfahre man leider nichts. So machten es zumindest die Mineralölkonzerne. „Da wäre es ja mal spannend, hier den Vergleich zu ziehen“, so Riekhof.

Foto: © Joenomias/pixabay.de