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07-2024_Pricing-News: Überall der gleiche Preis im LEH … das Handelsblatt und die Discounter-Lüge
/in Neuigkeiten / Einblicke/von Prof. Dr. Hans-Christian RiekhofKostet Nutella tatsächlich überall das Gleiche? Dass Lebensmittelpreise überall bis auf den Cent identisch sind, behauptete jedenfalls das Handelsblatt – unter Bezug einer fragwürdigen Studie.
Bestsellerautor Tom Hillenbrand: Für Kreativarbeit ist KI Teufelszeug
/in Zitate/von Prof. Dr. Hans-Christian RiekhofWarum Bert Rürup mehr Beachtung für die Umsatzsteuer fordert
/in Zitate/von Prof. Dr. Hans-Christian RiekhofWarum Mariana Mazzucato und Ilan Strauss die Algorithmen von Meta gern unter Aufsicht gestellt sähen
/in Zitate/von Prof. Dr. Hans-Christian RiekhofSchriftstellerin Juli Zeh über die Kosten des Fortschritts
/in Zitate/von Prof. Dr. Hans-Christian RiekhofGestiegene Lebensmittelpreise – wer verdient eigentlich daran?
/in Neuigkeiten / Einblicke/von Prof. Dr. Hans-Christian RiekhofSeit 2020 haben sich Lebensmittel in Deutschland um rund ein Drittel verteuert. Das Einkaufen von Produkten des täglichen Bedarfs in Supermärkten ist deutlich kostspieliger geworden. Das belegt eine Analyse des Handelsblatt Research Instituts, das hierfür die Bilanzen von 70 mittelständischen und großen Markenherstellern sowie den führenden Handelskonzernen in Europa ausgewertet hat. Dabei wurde auch deutlich, wer der Nutznießer höherer Preise ist – und wer dabei verliert.
So beleuchtete das Handelsblatt am 16. September 2024 eingehend die Folgen der Inflation. Allein 2023 seien die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke laut Statistischem Bundesamt um 12,4 Prozent gestiegen – deutlich stärker als die allgemeine Teuerung. Die Zeitung konstatierte auf Basis der eigenen Analyse, dass nicht nur die Hersteller, sondern auch die Händler Gewinne einfahren. „Hersteller und Händler beschuldigen sich seit Jahren gegenseitig, die Preise in die Höhe zu treiben, um ihre Gewinne zu steigern“, schreibt die Zeitung. Tatsächlich profitierten beide in gleichem Maße.
Gestiegene Lebensmittelpreise: Gewinner sind vor allem die großen Produzenten sowie Handelsketten
Hinsichtlich der Produzenten gelte dies aber vorrangig für Konzerne – global agierende Markenartikler wie Nestlé (Kitkat), Unilever (Dove) oder AB Inbev (Beck’s) und Coca Cola. Die großen europäischen Handelsketten, darunter Rewe und Metro aus Deutschland, Tesco aus Großbritannien und Carrefour aus Frankreich, machten in ähnlichen Maße Gewinn, heißt es im Bericht.
Verlierer bei diesem Preisanstieg, der sich etwa mit Beginn der Coronapandemie durchsetzte, sind die Verbraucher, die tiefer in die Tasche greifen müssen. Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof bewertet die Entwicklung aus Sicht des Pricing-Experten: „Es ist bemerkenswert, dass sowohl die Hersteller als auch die Händler die Phase stärkerer Inflation gleichermaßen nutzen konnten, um ihre Gewinne zu steigern. Man kann das als Indiz werten, dass beide Seiten den Prozess des Pricing recht gut beherrschen – allerdings zu Lasten des Verbrauchers.“
Pricing-Experte Riekhof: Beide Seiten haben den Prozess des Pricing verstanden – zu Lasten der Verbraucher
Neben den Verbrauchern gerät aber auch ein weiterer großer Verlierer in den Fokus: die mittelständischen Unternehmen, Produzenten mit weniger als einer Milliarde Euro Umsatz, beispielsweise Frosta und Weleda. Bemerkbar mache sich dies auch an steigenden Insolvenzzahlen von Konsumgüterfirmen. Laut Handelsblatt-Bericht können diese es sich nicht leisten, harte Preiskämpfe mit den großen Handelsketten auszufechten, schon gar nicht über einen längeren Zeitraum. Viele mittelständische Konsumgüterhersteller hätten in den Verhandlungen mit dem heimischen Handel eine schwächere Position, weil sie oft einen Großteil ihrer Erlöse in Deutschland erzielen und damit abhängiger von den vier großen Supermarktketten Aldi, Lidl, Edeka und Rewe seien.
Gestiegene Lebensmittelpreise: Mittlelständische Unternehmen legen weniger Wert auf Professionalisierung des Pricing
„Die Studie des Handelsblatt Research Institute verdeutlicht, dass den mittelständischen Herstellen einerseits die Marktmacht fehlt“, sagt Riekhof. „Andererseits wohl aber auch die Pricing-Kompetenz. Das zeigen zumindest unsere eigenen empirischen Studien: in den mittleren Unternehmen wird weniger Wert auf die Professionalisierung des Pricing gelegt.“
Wenn sich der Markt immer mehr konsolidiert, und darauf laufe es hinaus, würden Konzerne immer mächtiger, wird ein Konsumgüter-Hersteller zitiert. Und das sei auch keine gute Nachricht für die Händler. Wenn der Mittelstand auf Dauer ausblute, verliere der Handel die Vielseitigkeit seines Sortiments.
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/in Zitate/von Prof. Dr. Hans-Christian RiekhofShein-Chef Donald Tang: Unsere Produkte sind keine Massenware, sondern Mikrofertigung
/in Zitate/von Prof. Dr. Hans-Christian RiekhofLadesäulen-Staus für E-Autos: Nachfrage per Preismechanismus steuern?
/in Neuigkeiten / Einblicke/von Prof. Dr. Hans-Christian RiekhofLange Wartezeiten an Ladesäulen für Elektroautos? Darüber berichtete das Handelsblatt am 02.09.2024. Im Sommer habe so mancher, der auf Deutschlands Autobahnen unterwegs war, das Ärgernis belegter Schnellader erlebt. Gleichzeitig ist die Rede von einer Überkapazität an Ladesäulen in Deutschland. Wie passt das zusammen, fragte Catania Krapp vom Handelsblatt in ihrem Artikel unter dem Titel „Warum warten E-Auto-Urlauber oft auf freie Schnelllader?“
Ladesäulen-Anbieter Ionity: Nachfrage hinkt hinterher
Torsten Kiedel, Finanzvorstand beim Schnell-Ladesäulenanbieter Ionity, widerspricht in dem Bericht dem Vorwurf, dass die Ladesäulen-Auslastung zu hoch sei und erklärt, dass die Nachfrage zurzeit eher hinter dem Ausbau hinterher hinke. Ungeachtet des Ausbaus: das Verhältnis ’15 Elektroautos auf einen Ladepunkt‘ bleibe gleich.
Ladesäulen für E-Autos: voll wird es zu Ferienbeginn und -ende, aber auch freitags und sonntags
Für viele Urlauber hätten solche Staus jedoch bedeutet, im Auto so lange neben den Schnellladern herumzulungern, bis jemand anderes fertig geladen hat, auch um sichergehen, dass sich kein anderer wartender Fahrer vordrängelt, schreibt die Zeitung. Ein Ladestopp von 20 Minuten könne so schon einmal doppelt so lange dauern. Zitiert wird in dem Bericht Peter Wüstnienhaus, seit vielen Jahren Experte für Elektromobilität. Vor allem zu Ferienanfang und Ferienende, aber auch grundsätzlich freitags und sonntags seit die Gefahr groß, dass es an den Ladesäulen voll wird, sagt er. Ihm sei es schon passiert, dass er sonntagabends um 22 Uhr an der A1 noch warten musste, weil vier von vier Ladeplätzen belegt gewesen seien.
Pricing-Experte Prof. Riekhof: Nachfrage bei Ladesäulen steuern per Preismechanismus
Im Hinblick auf das definierte Ziel, dass sich die Zahl der Elektroautos von jetzt 1,5 Millionen im Jahr 2030 auf 15 Millionen erhöhen soll, fragt das Handelsblatt, ob die Ladesäulen-Infrastruktur überhaupt darauf vorbereitet ist und wie E-Auto-Fahrer Staus vermeiden können.
Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof (UNICconsult Strategieentwicklung) ist der Meinung, dass in diesem spannenden Bericht das wichtigste Thema nicht zur Sprache kommt, nämlich wie man die Nachfrage steuern kann. Seine Antwort: über einen Preismechanismus. „Kennen die E-Autofahrer die Preisdifferenz der Anbieter und den Abstand zwischen den Kraftstoffkosten und den Kosten eines Stromes auf 100 Kilometer?“, fragt der Pricing-Spezialist. „Setzen die Anbieter auf Peek Load Pricing? Ändern sich die Preise im Tagesverlauf, im Wochenverlauf oder den Jahreszeiten entsprechend?“ Darüber erfahre man leider nichts. So machten es zumindest die Mineralölkonzerne. „Da wäre es ja mal spannend, hier den Vergleich zu ziehen“, so Riekhof.
Foto: © Joenomias/pixabay.de
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