Der CEO von Eon, Leonhard Birnbaum, zeigt uns sehr deutlich, wie extrem wichtig es ist, den Preismechanismus zu nutzen, um die Nachfrage nach und das Angebot von Strom in effektiver Weise zur Deckung zu bringen. Das Interview: Pflichtlektüre für Energie-Politiker.

Herr Birnbaum, auf dem deutschen Strommarkt hat es in den vergangenen Monaten mehrmals heftige Preisausschläge gegeben. Grund dafür war, dass Deutschland viele Kohlekraftwerke abgeschaltet hat und zu wenig Wind- und Solarstrom verfügbar waren. Muss Deuschland Strommangellagen befürchten?

„Wir werden zunehmend Stunden haben, in denen Strom knapp ist – die bekannten Dunkelflauten. Gleichzeitig werden wir aber auch zunehmend Stunden haben, in denen wir zu viel Strom haben – sozusagen das Gegenteil der Dunkelflaute, die Hellbrise. Im Ergebnis steigt die Preisvolatilität.“

Müssen wir uns demnach an immer neue Preisrekorde gewöhnen?

„Zumindest müssen wir mit den Preisspitzen und der zunehmenden Preisvolatilität umgehen lernen. Es wird aber eben auch immer häufiger Zeiten geben, in denen Strom sehr günstig ist. Das ist sicherlich eine Umstellung, aber auch eine Chance – jedenfalls für die Kunden, die flexibel am Strommarkt teilnehmen können.“

– Eon-Chef Leonhard Birnbaum in „Weniger Bürokratie gibt es nur mit weniger Bürokraten – der Eon-Chef spricht über zu viele Solaranlagen, problematische Einspeisevergütungen sowie das Verhalten Donald Trumps – und er bringt einen Einstellungsstop beim Bund ins Spiel“, Interview im Handelsblatt, 21. Januar 2025, Seite 18, Nr. 15

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