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Ist das noch ein faires Pricing? Hamburger wählen die Mogelpackung des Jahres 2025

von Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof

Die „Mogelpackung des Jahres 2025“ steht sinnbildlich für ein Problem, das viele Verbraucherinnen und Verbraucher täglich erleben: Produkte wirken auf den ersten Blick unverändert, doch beim genaueren Hinsehen zeigt sich, dass weniger Inhalt für gleiches oder sogar höheres Geld verkauft wird. Verpackungen bleiben nahezu gleich groß, das Design suggeriert Kontinuität, während die Füllmenge schrumpft oder einzelne Bestandteile durch günstigere Alternativen ersetzt werden.

Shrinkflation liegt im Trend

Diese Praxis, oft als „Shrinkflation“ bezeichnet, untergräbt das Vertrauen in Marken und erschwert bewusste Kaufentscheidungen. Besonders kritisch ist dabei die mangelnde Transparenz. Zwar sind Angaben zu Gewicht oder Inhalt gesetzlich vorgeschrieben, sie werden jedoch häufig so unauffällig platziert, dass sie im Alltag leicht übersehen werden. Verbraucher müssen Preise vergleichen, Etiketten studieren und frühere Packungsgrößen im Kopf behalten, um nicht getäuscht zu werden. Die Auszeichnung zur „Mogelpackung des Jahres“ erfüllt daher eine wichtige Funktion: Sie macht auf besonders dreiste Beispiele aufmerksam und regt eine öffentliche Debatte über Fairness und Verantwortung in der Wirtschaft an.

Mogelpackung Shrinkflation

Shrinkflation ist im Trend: Verbraucher müssen Preise vergleichen, Etiketten studieren und frühere Packungsgrößen im Kopf behalten, um nicht getäuscht zu werden.
Quelle: © Gustavo Fring/pexels.com

Wie sollten Hersteller mit steigenden Herstellkosten umgehen?

Im Jahr 2026 ist diese Diskussion aktueller denn je. Steigende Produktionskosten, Inflation und globaler Wettbewerbsdruck setzen Unternehmen unter Druck – doch Täuschung darf keine Lösung sein. Statt Mogelpackungen braucht es klare Kommunikation, ehrliche Preisanpassungen und nachvollziehbare Produktänderungen. Nur so kann langfristig Vertrauen entstehen. Die „Mogelpackung des Jahres“ ist damit nicht nur eine Kritik, sondern auch ein Appell an Hersteller und Handel, Transparenz ernst zu nehmen und Verbraucherinnen und Verbraucher respektvoll zu behandeln.

Gewinner der Wahl zur „Mogelpackung des Jahres“ für das Jahr 2025

Das Produkt, das bei dieser Verbraucherwahl am 21. Januar 2026 den ersten Platz erhielt, ist die Milka Alpenmilch Schokolade von Mondelez.

Wer hat gewählt?

Die Wahl wurde über eine Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg durchgeführt. Insgesamt 34.731 Verbraucherinnen und Verbraucher haben abgestimmt – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Zwei Drittel der Stimmen entfielen auf die Milka-Tafel.

Bei der Wahl zur „Mogelpackung des Jahres 2025“ standen insgesamt fünf Produkte zur Auswahl – alle hatten im Jahr 2025 versteckte Preiserhöhungen bzw. geringere Füllmengen bei gleichbleibendem oder steigendem Preis.

Hier sind die Produkte, die die drei ersten Plätze belegt haben:
Milka Schokolade „Alpenmilch“ (Mondelez) – gewann mit großem Vorsprung und erhielt den Titel „Mogelpackung des Jahres 2025“.
→ Füllmenge wurde von 100 g auf 90 g reduziert, während der Preis von 1,49 € auf 1,99 € stieg.

Auf den folgenden Plätzen finden sich:
Käse-Streusel Backmischung (Dr. Oetker) – landete auf dem zweiten Platz.
→ Hier war die Füllmenge deutlich gesunken (nahezu halbiert), ohne dass der Preis entsprechend sank.
XXL Schoko Hafer-Müsli (Kölln) – belegte Platz drei.
3in1 Classic Kaffeesticks (Jacobs) – kam auf Platz vier.

Die Wahl fand online statt, und insgesamt haben 34.731 Verbraucherinnen und Verbraucher abgestimmt, so viele Teilnehmende wie seit mehreren Jahren nicht mehr.