Der Preismechanismus dient dazu, für eine effiziente Allokation knapper Ressourcen zu sorgen. Das lernt man schon im Grundkurs Wirtschaft an der örtlichen Volkshochschule. Warum unser System der Industrie-Netzentgelte diese Erkenntnis bisher nicht berücksichtigt, ist schwer nachvollziehbar. Immerhin unterstreichen die Autoren, dass sich etwas ändern muss. Und dass die Bundesnetzagentur eine Reform angekündigt hat. Mal sehen, in welcher Legislaturperiode mit einer Umsetzung zu rechnen ist.
„Seit Langem erhalten viele Großverbraucher von Strom, beispielsweise in der Papier-, Chemie- oder Aluminiumindustrie, einen Rabatt von bis zu 90 Prozent auf ihre Netzentgelte. Die Bundesnetzagentur hat einen Reformprozess eingeleitet, um diese Regelung zu überarbeiten. Um von der Subvention zu profitieren, müssen Unternehmen bislang ihren Strombezug sehr konstant halten. Dies führt auch dazu, dass Unternehmen ihren Stromverbrauch künstlich verstetigen, anstatt ihre Stromnachfrage flexibel an schwankende Börsenstrompreise anzupassen – denn wenn sie das täten, verlören viele ihren Netzentgeltrabatt. Und dieser Rabatt ist erheblich: In diesem Jahr entlastet die Regelung ca. 600 industrielle Verbraucher um 1,4 Milliarden Euro, finanziert durch eine Umlage auf alle anderen Stromverbraucher.“
– Lion Hirth, Hanns Koenig und Bernd Weber in „Die Reform der Industrie-Netzentgelte ist eine gute Idee – Die aktuelle Regelung ist ineffizientz, verteiert die Energiewende udn senkt die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen“, Gastkommentar im Handelsblatt, 3. September 2024, Seite 16, Nr. 170