User Engagement und Shareholder Value als oberste Maximen der Gestaltung von Algorithmen durch Meta und andere: dazu haben Mariana Mazzucato und Ilan Strauss eine sehr klare Meinung.
„Bei der Klage gegen Meta geht es letzlich um die algorithmischen Praktiken des Konzerns, die so konstruiert werden, dass sie das „User Engagement“ maximieren, also die Nutzer länger auf der Plattform halten und zu mehr Kommentaren, Likes und Reposts bewegen. Eine gute Möglichkeit, dafür zu sorgen, besteht oft darin, schädliche Inhalte am Rande der Illegalität zu zeigen, um die Zeit auf der Plattform in eine zwanghafte Aktivität zu verwandeln – mit Funktionen wie „endlosem Scrollen“ und pausenlosen Benachrichtungen und Meldungen. Da Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz (KI) die Empfehlungen der Algorithmen noch zielgenauer werden lassen und damit noch süchtiger machen, besteht eine dringende Notwendigkeit, neue Governance-Strukturen zu entwickeln, die sich am „Gemeinwohl“ orientieren und nicht an einer eng gefassten Vorstellung von „Shareholder Value“. Glücklicherweise liegt es in der Macht der politischen Entscheidungsträger, diese Märkte zum Besseren zu gestalten und über Algorithmen eine angemessene Aufsicht einzurichten.“
– Mariana Mazzucato, Gründungsdirektorin des UCL Institute for Innovation and Public Purpose und Vorsitzende des Council on the Economics of Health for All der Weltgesundheitsorganisation (WHO), und Ilan Strauss, wissenschaftlicher Mitarbeiter am UCL Institute for Innovation ans Public Purpose, in „Warum Algorithmen unter Aufsicht gestellt werden müssen – Um die Gesundheit der Nutzer von Big Tech zu schützen, dürfen Algorithmen nicht allein den Interessen der Aktionäre verpflichtet sein“, Gastkommentar im Handelsblatt, 22., 23., 24. März 2024, Seite 18, Nr. 159.