„Nicht nur in der Landbevölkerung machen sich Transformationsängste breit. Das ist zum einen verständlich, denn in den letzten Jahrzehnten war das Änderungstempo sehr, sehr hoch. Wenn man sich einmal klarmacht, was seit dem Ende des Kalten Krieges in Europa alles verändert wurde, dan kann man sich ja nur wundern, dass wir das überhaupt geschafft haben. Jede Änderung erzeugt Gewinner und Verlierer, und es ist ganz normal, dass die Verliererseite dann Angst vor noch mehr Veränderung hat, egal, ob man auf dem Land lebt oder in einer Kleinstadt oder in der städtischen Peripherie. Das heißt aber nicht, dass wir aufhören müssen, den Fortschritt zu betreiben. Es heißt, dass wir ganz ehrlich diskutieren müssen, wer die Kosten und Lasten des Fortschritts zu tragen hat.“

– Schriftstellerin und Landesverfassungsrichterin Juli Zeh in „Schicke linke Politik ist das Problem“, Handelsblatt vom 6., 7., 8. September 2024, Seite 52, Nr. 173

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